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An den Bürgermeister der Stadt Kaarst
Herrn Franz-Josef Moormann
Am Neumarkt 2
41564 Kaarst
15. März 2011
Verkehrsplanung Hüngert und interkommunales Gewerbegebiet
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Moormann,
anbei schicke ich Ihnen heute ein Schreiben meiner Fraktion an das Unternehmen Ikea zur Kenntnis.
Nach einer Vorstellung von Vertretern des Unternehmens Ikea in unserer Fraktion sind die Bedenken der Grünen an einer realisierbaren Verkehrsplanung bestärkt worden. Die Planungen von Ikea entsprechen überhaupt nicht den städtischen Planungen, sondern stehen konträr zu diesen, zwei „Knackpunkte“ sind dabei das in dem Schreiben an Ikea aufgeführte Linksabbiegen von der neuen Brücke sowie die Führung eines Teils des Ikea-Verkehrs über die Straße ‘Hüngert‘. Beides ist aus Sicht der Grünen unvereinbar mit der bisherigen städtischen Planung.
Ferner sind wir als Grüne sehr überrascht über das Auftreten der Stadt Kaarst im Kreisverkehrsausschuss. Dort hat der Technische Beigeordnete von einem geplanten interkommunalen Gewerbegebiet mit 15 ha auf Neusser Stadtgebiet gesprochen. Erstens ist uns eine solche Planung bisher unbekannt und wurde auch von Seiten der Stadtverwaltung Kaarst mit keinem Wort in einem Kaarster Gremium erwähnt. Zweitens ist ein solches interkommunales Gewerbegebiet in den Verkehrsplanungen nicht berücksichtigt und würde das ganze System unmöglich machen.
Daher bitten wir dringend um umfangreiche und transparente Unterrichtung der Ratsmitglieder, welche Informationen der Kaarster Verwaltung bzgl. eines solchen interkommunalen Gewerbegebietes vorliegen und wie diese ggf. bisher bei den Planungen und Überlegungen berücksichtigt wurden.
Außerdem bitten wir um Klärung der offensichtlich konträren Auffassungen mit dem Unternehmen Ikea hinsichtlich der Verkehrserschließung.
Ferner möchten wir noch einmal darauf hinweisen, dass wir bereits im Dezember 2010 einen umfangreichen Fragenkatalog bzgl. des Verkehrsgutachtens in den Planungsausschuss eingebracht haben. Bereits zweimal hat die Verwaltung es bisher versäumt den Verkehrsgutachter in den PVA einzuladen und dort zu den aufgeworfenen Fragen Stellung nehmen zu lassen. Die Worte der Verwaltung, dass alles bei den weiteren Verkehrsplanungen berücksichtigt werde, scheinen wohl lediglich Worte gewesen zu sein. Auch hat die Verwaltung es bisher versäumt den PVA über den weiteren Fortgang der Planungen transparent zu unterrichten. Mit dieser Art und Weise der „Politik im Hinterzimmer“ schüren Sie lediglich weitere Zweifel und werfen neue Fragen auf.
Daher würden wir gerne erneut das Thema eines eigenen Ausschusses für die Entwicklung des Gebietes Hüngert aufgreifen, denn es erscheint uns sinnvoll von dem bisher praktizierten Sternverfahren zu einem sukzessiven Verfahren überzugehen und hier Qualität vor Schnelligkeit walten zu lassen. Ein neuer Ausschuss könnte alle Aspekte Schritt für Schritt abarbeiten und sich fachübergreifend mit der Entwicklung des Gebietes Hüngert beschäftigen.
Freundliche Grüße
Christian Gaumitz
Mehr zum Thema Ikea/Gewerbegebiet Hüngert II erfahren Sie hier.