Gewerbegebiet Hüngert II: Grüne wollen Szenarien für Entwicklung auch ohne Ikea planen
Die Grünen wollen vor der weiteren Vergabe von Gutachten und Planungsaufträgen erst eine Wirtschaftlichkeitsberechnung zur Entwicklung des Gewerbegebietes Hüngert II vorgelegt bekommen. Dazu sollen neben der besten Variante (Ansiedlung von Ikea, bestmöglicher Ertrag) und dem sog. worst case (keine Ansiedlung von Ikea, keine Fördermittel, etc.) auch drei Varianten entwicklet werden, die eine wirtschaftlich belastbare Alternative darstellen.
In diesem Zusammenhang gilt es die Wertschöpfung zu definieren und als politisches Ziel der Gewerbegebietsentwicklung festzulegen. Erst nach Beschluss und Erarbeitung dieser Punkte können die weiteren Arbeiten vorgenommen werden, denn erst dann ist die Wirtschaftlichkeit und Wertschöpfung des Projektes dargelegt.
Christian Gaumitz, Fraktionsvorsitzender der Kaarster Grünen erklärt dazu:
„Ein wesentlicher Eckpfeiler weiterer Planung ist die Entwicklung von fünf Szenarien. Dabei soll nicht, wie bisher, immer von der problemlosen Ansiedlung von Ikea ausgegangen, sondern verschiedene Varianten unterstellt werden. Weitere Szenarien müssen u.a. eine Rentabilitätsprüfung enthalten, d.h. wie viel die Erschließung des Gewerbegebietes kostet und ob das Land gewinnbringend veräußert werden kann.
Das was die Grünen schon seit Jahren als „politischen Preis“ oder „Mehrwert“ für die Menschen in Kaarst bezeichnen ist die Frage, welche Wertschöpfung hinter dem Prozess der Entwicklung des Gewerbegebietes Hüngert II steht.
Wertschöpfung kann nicht allein die Ansiedlung eines Möbelhauses und Schaffung umfangreicher Infrastruktur mit dem Ziel der Einnahme von Gewerbesteuer - die vielleicht mittelfristig abgeschafft wird - sein.
Vielmehr ist Wertschöpfung die Steigerung des Erholungswertes für die Menschen in der Stadt durch Schaffung großzügiger Grünflächen. Ein weiterer Aspekt der Wertschöpfung ist die Eröffnung neuer (finanzieller) Handlungsspielräume, so muss klar sein, dass Gewinne in die Unterhaltung der Infrastruktur der Kommune vorrangig in Form von Schulen, Kindergärten, etc. investiert werden können - Stichwort: Abbau von Investitionsstau und Schuldenabbau.“
Bei Rückfragen: Christian Gaumitz, Tel. 0177/7804030