Gemeinsame Positionierung von SPD, Grünen, UWG, Zentrum, Familienpartei und Die Linke zur Weiterentwicklung der Kaarster Schullandschaft

11. Oktober 2011

Das Angebot an Bildung, beginnend mit Angeboten für die frühkindliche Bildung über Schulen bis hin zu Weiterbildungsangeboten im Sinne eines lebensbegleitenden Lernens ist langfristig der wichtigste Standortfaktor, um auch in Zukunft noch Familien in Kaarst zu halten. Aufgabe des Schulträgers ist es deshalb, ein gerechtes, leistungsfähiges, umfassendes und wohnortnahes Schulangebot zu gewährleisten.

In dem gemeinsamen Schulpapier hatte die Kaarster Opposition sich auf keine bestimmte Schulform (Gemeinschafts- oder Gesamtschule) festgelegt. Es wurden Qualitätskriterien als Anspruch für eine neue zu gründende Schule in Kaarst definiert.

Aufgrund des Schulkonsenses im Land NRW ist die Position neu zu bewerten. Durch den Wegfall des Schultyps der Gemeinschaftsschule und Einführung der Sekundarschule hat sich die Situation verändert.

Die Fraktionen von SPD, Grünen, UWG und Zentrum sowie die Einzelratsmitglieder von Familienpartei und Die Linke favorisieren nun die Gründung einer Gesamtschule in und für Kaarst.

Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • eine eigene Oberstufe mit G 9, d.h. Abitur nach 9 Jahren und damit eine Alternative zum G 8 dem sog. „Turboabitur“ am Gymnasium nach 12 Schuljahren
  • eine Gesamtschule verfügt über Klassen mit höchstens 25 Schülern
  • ab einer Vierzügigkeit (also ab 100 Schülern) ist laut Schulkonsens eine Gesamtschule einzuführen
  • der erprobte Schultyp fängt nicht nur Schüler der Real- und Hauptschule auf, sondern bietet eine Weiterentwicklung der Schullandschaft an.

Eine Sekundarschule (Klassen 5 bis 10) kann alle diese Vorteile nicht bieten und ähnelt mehr einer Verbundschule. Eine eigene Oberstufe ist nicht realisierbar, lediglich eine Kooperation mit einem Gymnasium.

Daher liegen aus Sicht der Fraktionen von SPD, Grünen, UWG und Zentrum sowie der Einzelratsmitglieder von Familienpartei und Die Linke die Vorteile für eine Gesamtschule als sinnvolle Ergänzung und Weiterentwicklung der Kaarster Schullandschaft auf der Hand, und sie überwiegen bei Abwägung aller Argumente.

Die starke Nachfrage der Kaarster Eltern nach einer Gesamtschule in Meerbusch (175 Kaarster Schüler/innen im Jahr 2009/10) und Neuss überzeugen die Fraktionen von SPD, Grünen, UWG und Zentrum sowie die Einzelratsmitglieder von Familienpartei und Die Linke, den Schulstandort Kaarst um eine Gesamtschule zu erweitern.

Da in der wesentlichen Frage des zukünftigen Schulangebotes in Kaarst der Elternwille bindend und maßgebend ist, muss vor der Einführung einer neuen Schule der Wille der Eltern abgefragt und hinterher befolgt werden.

Dies ist umso wichtiger, als ab einer Vierzügigkeit (also ab 100 Schülern) laut Schulkonsens eine Gesamtschule einzuführen ist. Daher sollen in einer Befragung die Schultypen Gesamtschule und Sekundarschule abgefragt werden.


(pdf, 583 KB)



Mehr zum Thema Schule: Klicken Sie hier.