Antrag zur Sitzung des Haupt-, Wirtschafts- und Finanzausschuss (HWFA) 25. Februar und 4. März 2010
Anträge Bereich Schule, hier: Gemeinschaftsgrundschule Stakerseite
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Moormann,
die Fraktion der Kaarster Grünen bittet Sie, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der Sitzungen des HWFA am 25. Februar und 4. März zu setzen:
Antrag
Der HWFA spricht sich für einen Neubau der Gemeinschaftsgrundschule Stakerseite als dreizügige Grundschule als Anbauvariante an das bestehende VHS-Gebäude aus. Entsprechende Planungskosten sollen im Haushalt 2010 bereitgestellt werden.
Der HWFA beauftragt die Verwaltung, gemeinsam mit allen beteiligten Gruppierungen der GGS Stakerseite (Lehrern, Eltern, etc.) die Planung eines Neubaus der Grundschule vorzubereiten. Dabei soll das Raumkonzept und pädagogische Profil der Schule auch hinsichtlich der Nutzung als Offene Ganztagsgrundschule geplant werden.
Begründung
Neben dem zentralen Standort des Sports in der Stadtmitte (Dreifachturnhalle, Ascheplatz, Tartanplatz) müssen auch die schulischen Belange der Stadt Kaarst berücksichtigt werden, einerseits die Grundschule Stakerseite und das Albert-Einstein Gymnasium. Das Gebäude der GGS Stakerseite ist in einem nicht mehr akzeptablen Zustand und entspricht nicht den Ansprüchen und Herausforderungen an Schule und (Offene) Ganztagsgrundschule. Auch wenn die Schülerströme und Schülerpotentiale eindeutig in den nächsten Jahren ein großes Potential an Schülern aus dem Kaarster Westen, aufgrund der (geplanten) Bebauung (Stodiek, Bussardstraße, etc.), vorhersagen, so ist eine einfache „Umschichtung“ der Schüler vom Standort Stakerseite zur Bussardstraße nicht praktikabel. Eine Grundschule gehört in die Stadtmitte! Besonders wenn ein attraktives Sport- und Schulangebot vorhanden ist. Aus diesem Grund ist ein Neubau der GGS Stakerseite die beste und zukunftsweisende Entscheidung, so kann nicht nur nach modernen energetischen Aspekten gebaut werden, sondern auch das Raumkonzept auf ein modernes pädagogisches Konzept (für eine Ganztagsgrundschule) ausgerichtet werden.
Das Schulgebäude Bussardstraße soll als Schulstandort aufgegeben und einer anderen Nutzung zugeführt werden. Denkbar wäre der Umbau und die Nutzung als Altenwohnungen oder Betreutes Wohnen. Hier bietet der zur Zeit beratene Bebauungsplan, der in unmittelbarere Nähe ein Alten- und Pflegeheim vorsieht, beste Entwicklungsmöglichkeiten. Mit der Veräußerung/Vermarktung des Geländes soll der Anbau/Ausbau Alte Heerstraße und ein Neubau Stakerseite zum Teil gegen finanziert werden.
Für die Grundschule Stakerseite heißt das konkret im Jahr 2010: Planungskosten für die Variante eines Anbaus an das jetzt bestehende VHS-Gebäude müssen im Haushalt eingestellt werden, die politischen Mehrheiten für den Neubau als isolierte Schule sind realistisch nicht erreichbar, daher müssen die Mehrheiten für einen Neubau auf dem Gelände der jetzigen VHS gefunden werden. Der Schulbetrieb der Grundschule Stakerseite könnte bis zur Errichtung eines Neubaus am jetzigen Standort ungestört weiterlaufen, dann wäre ein Umzug im Jahre 2013 möglich und die Aufnahme des neuen Betriebs zum Schuljahr 2013/14. Eine solche Lösungsvariante ist die einzige Möglichkeit, auch in Zukunft bei anstehenden sechs Grundschuljahren eine dreizügige Grundschule in der Stadtmitte zu halten und genügend Raum für pädagogische Konzepte zu bieten. Der notwendige Umbau und die Neugestaltung des Schulhofes bieten Chancen für die Grundschule, das Außengelände nach ihren Vorstellungen und Anforderungen zu gestalten.
Die Kosten von insgesamt geschätzten 4,6 bis 5 Mio. Euro sind enorm und die Umbauarbeiten würden auch das AEG tangieren, das an einer Stelle aufgestockt werden würde und durch diese Maßnahme als barrierefreie weiterführende Schule in der Stadtmitte gesichert wäre.
Auch die Pfadfinder sollen in der Mitte bleiben und in neuen Räumen ihre erfolgreiche Arbeit fortsetzen können.
Die U-3 Betreuung muss ebenfalls mit betrachtet werden, so müssen in Kaarst 58 Gruppen vorhanden sein, um die Vorgaben von 32% im Jahr 2013 zu erfüllen (zurzeit gibt es 54 Gruppen), langfristig sogar 68 Gruppen, was die Errichtung einer zusätzlichen Kindertagesstätte notwendig machen wird. Auf dem jetzigen Gelände der GGS Stakerseite könnten zusätzliche Gruppenräume in einem Neubau entstehen, denn langfristig ist mit einer wesentlich höheren Nachfrage und einer Verpflichtung der Kommune zur Bereitstellung solcher Plätze zu rechnen.
Wichtig zu betonen ist, dass die VHS in der Mitte bleiben soll und muss und als solche nicht angerührt werden darf! Ganz im Gegenteil wird die VHS von einem integrierten Standort profitieren. Der Schulhof müsste neu gestaltet und an den Stadtpark angebunden werden, die Parkplatzsituation ist durch ausreichend vorhandene Plätze an der Pestalozzistraße entspannt. Von Synergieeffekten zwischen VHS und einem Neubau der Grundschule Stakereite können beide profitieren, denkbar ist eine teilweise gemeinsame Nutzung im Bereich der Küchen/Cafeteria und auch eines kleineren Gymnastikraums.
Die jetzt vorhandene kleine Turnhalle der Grundschule Stakerseite soll bis auf weiteres erhalten bleiben, da ein entsprechender Bedarf vorhanden ist. Das Schulgebäude an sich soll abgerissen und das Grundstück als Vorratsfläche für zukünftige Generationen vorgehalten werden, eine Wohnbebauung lehnen wir als Grüne strikt ab und stimmen einer solchen Lösung auch nur zu, wenn es eine Selbstverpflichtung der Politik zu diesem Schritt gibt. Die Weiterführung des Stadtparks soll die kleine Grüne Lunge in der Stadtmitte erweitern, denn zwei oder drei Generationen nach uns sollen auch noch Gestaltungsspielräume in der Stadtmitte haben, wir dürfen diese nicht durch Wohnbebauung für immer aus der Hand geben.
Freundliche Grüße
Christian Gaumitz
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